Sozialarbeit an Schulen
mit Hund

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Hundegestützte Pädagogik an der
Grundschule Am Grünen Kamp

Hundegestützte Pädagogik – Was ist das?

Unter der hundegestützten Pädagogik wird der Einsatz von ausgebildeten Hunden zur Unterstützung des sozialpädagogischen Angebotes durch eine ausgebildete Fachkraft verstanden. Der Einsatz des Pädagogikbegleithundes kann beispielsweise zur Verbesserung der Lernatmosphäre, individueller Leistungsfähigkeit und des Sozialverhaltens der SchülerInnen beitragen.

Als „Co – Pädagoge“ unterstützt der Hund an der Grundschule am Grünen Kamp den Bereich Sozialarbeit an Schulen und wird dabei von der Sozialpädagogin Nora Brüning-Wolter geführt. Der Umfang und die Inhalte der hundegestützten Pädagogik variieren dabei von der reinen Anwesenheit des Hundes in der Schule bis hin zur aktiven Teilnahme des Vierbeiners in Interaktion mit den Kindern. Dabei richtet sich das Angebot der hundegestützten Pädagogik an alle Kinder, ist aber stets eine freiwillige Möglichkeit, bei der die Kinder darüber entscheiden, ob sie mit dem Hund in Kontakt treten wollen.

Gründe für die hundegestützte Pädagogik in der Schule

  • Der Pädagogikbegleithund kann für viele Kinder als Motivator fungieren. Die Kinder erledigen gerne Aufgaben für oder mit dem Hund gemeinsam. Sie sehen ihn als Anreiz Aufgaben zu lösen oder Situationen zu bewältigen .
  • Der Pädagogikbegleithund kann durch seine reine Anwesenheit eine Atmosphäre zum Wohlfühlen schaffen. Darüber hinaus kann der Kontakt zum Hund für Stressabbau bei Kindern sorgen.
  • Der Einsatz des Hundes sorgt für mehr emotionale Stabilität. Hunde vermitteln Wärme und nehmen Individuen so an, wie sie sind, ohne auf äußere Erscheinungsmerkmale zu achten oder sie zu bewerten. Das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit des Einzelnen werden im Umgang mit dem Hund gestärkt.
  • Durch den Hund in der Schule lernen die Kinder neue Wege der Kommunikation kennen. Die Kinder lernen am Hund das genaue Beobachten von Mimik und Körpersprache und können dies auf das soziale Miteinander in ihrem Umfeld übertragen.
  • Hunde lehren alternative Wege im Umgang mit Aggressionen. Sie ziehen sich bei rücksichtslosem Verhalten zurück und so kann der Einsatz des Pädagogikbegleithundes Umgang mit Empathie und Rücksichtnahme untereinander fördern.

Vorstellung Simba

Simba ist am 05.02.2020 geboren und lebt seit Mitte April 2020 bei Frau Brüning-Wolter. Simba ist ein aktiver, sehr kontaktfreudiger und freundlicher Labrador-Golden Retriever-Mischling. Durch seine witzige Art und seine vielen Tricks sorgt er stets für gute Stimmung. Besonders sensibel ist er für Kinder, die traurig sind, bei denen es Zuhause, mit Freunden oder in der Schule nicht so gut läuft. Hier erweist er sich durch bloßes daneben liegen, sich streicheln lassen oder apportieren seines Lieblingskuscheltieres als Tröster. Simba mag alle Kinder und macht keine Unterschiede, er bewertet nicht und akzeptiert alle.

Ausbildung des Pädagogikbegleithundes

Simba besucht seit dem Welpenalter regelmäßig die Hundeschule Achterdiek in Bremen und absolvierte bereits einen Welpenkurs und zwei Erziehungskurse, um einen guten Grundgehorsam zu erlernen. Bis heute besucht er gemeinsam mit Frau Brüning-Wolter einmal wöchentlich die Hundeschule.

Im Januar 2022 haben Simba und Frau Brüning-Wolter die Ausbildung zum ESAAT zertifizierten Pädagogikbegleithundeteam bei der Steinfurter Akademie für tiergestützte Therapie (SATTT) erfolgreich absolviert. Die Ausbildung lief über 6 Monate und bestand aus 2 Theoriemodulen, 1. Hilfe am Hund und 3 Praxismodulen, sowie einer abschließenden Prüfung. Diese setzte sich aus einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung zusammen. Darüber hinaus wurde die zuvor eingereichte Videosequenz, welche eine tiergestützte Einheit zeigte, besprochen und analysiert. Während der Ausbildung mussten 10 praktische Einheiten durchgeführt werden, 3 davon wurden durch Supervision begleitet. Außerdem wurden 3 schriftliche Arbeiten angefertigt, die verschiedene Themen der hundegestützten Pädagogik beinhaltet haben.

Einen ausführlichen Überblick über die Ausbildungsinhalte können sie sich unter folgendem Link verschaffen: > https://www.sattt.de/tbh-ausbildung/

Frau Brüning-Wolter nimmt mit Simba regelmäßig an Fortbildungen und Austauschtreffen teil.

  • September 2022 Fachtag für ausgebildete Pädagogik-/Therapiebegleithunde (SATTT)
  • Oktober 2022 Autismus, AD(H)S, ungewöhnliche Entwicklungswege und der Pädagogik- /Therapiebegleithund
  • September 2023 Fachtag für ausgebildete Pädagogik-/Therapiebegleithunde (SATTT)

Hygienische und tierschutzrechtliche Bedingungen

Die Anwesenheit des Hundes führt zu keiner Änderung des üblichen Reinigungszyklus. Nach dem Kontakt mit Simba wird darauf geachtet, dass sich jedes Kind die Hände wäscht. Der Pädagogikbegleithund hat einen festen Platz im Büro von Frau Brüning-Wolter, wo er sich jederzeit zurückziehen kann. In jeglichen Einheiten wird darauf geachtet, dass die tierschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Darunter fallen unteranderem Arbeitsumfang, Pausen/Rückzugsmöglichkeit, Gesundheitszustand und allgemeine Bedürfnisse des Hundes. Jegliche Hundeutensilien werden regelmäßig gereinigt. Der Hund erhält keinen Zugang zum Frühstück oder Mittagessen der Kinder. Der Kontakt von SchülerInnen mit bekannter Hundeallergie wird vermieden. Alle SchülerInnen werden immer wieder darin erinnert adäquat auf den Hund zuzugehen und seine Körpersprache richtig zu deuten. Folgende Unterlagen sind stets einsehbar:

  • Tierärztliches Gesundheitsattest
  • Impfausweis
  • Entwurmungsprotokoll
  • Ausbildungszertifikat und Fortbildungsnachweise
  • Versicherungsnachweis

Natürlich wird Simba regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt und erhält alle notwendigen Impfungen.

Einsatz und Möglichkeiten

Simba wird in verschiedenen Bereichen in der Schule eingesetzt:

  • Im Sozialtraining: Simba ist in einigen Klassen Teil des Sozialkompetenztrainings. In den meisten Stunden liegt Simba auf einem ihm zugeordneten Platz und ist einfach nur anwesend. Die SchülerInnen gehen ruhiger miteinander um, da sie wissen, dass Simba zu große Unruhe oder Lautstärke nicht mag. In manchen Stopp Stunden ist Simba ein aktiver Bestandteil der Stunde und agiert mit den Kindern.
  • In der Einzelfallhilfe: Ob in Konfliktfällen oder bei Problemen einzelner SchülerInnen ist der Einsatz von Simba gewinnbringend. Streicheleinheiten, Leckerlies, Tricks oder Spiele wirken in vielen Fällen deeskalierend, motivierend oder tragen dazu bei, Probleme lösen zu können.
  • Im Nachmittagsangebot: Simba wird einmal in der Woche in der Hunde-AG eingesetzt. Dort lernen die Kinder den richtigen Umgang mit dem Hund, seine Körpersprache zu lesen, mit ihm zu spielen und auf seine Bedürfnisse einzugehen.
  • Im Ferienprogramm: Manchmal ist Simba auch bei den Angeboten des Ferienprogrammes dabei. Dabei hat Simba meisten einen passiven Einsatz und bereichert durch seine Anwesenheit das Angebot.

Regeln für den Umgang mit Simba

Alle Kinder lernen vor der ersten Interaktion mit Simba folgende Regeln:

  • Sei bitte leise und gehe langsam in meiner Nähe!
  • Mich dürfen immer nur max. 2 Hände streicheln!
  • Nach dem Streicheln immer Hände waschen!
  • Gib mir ohne Erlaubnis keine Kommandos!
  • Füttere mich nicht ohne Erlaubnis!
  • Auf meinem Platz möchte ich meine Ruhe!
  • Wenn ihr mich im Flur seht, ruft bitte nicht meinen Namen!

Hundehalterin und Hund halten sich an folgende Regeln:

  • Der Hund läuft nicht frei im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände, sondern ist immer angeleint.
  • Es ist immer die freie Entscheidung des Kindes, ob es mit dem Hund Kontakt aufnehmen möchte.
  • Im Klassenraum darf der Hund nur freilaufen, wenn alle einverstanden sind.
  • Der Hund ist niemals ohne Halterin in der Klasse.
  • Die Hygienebestimmungen werden eingehalten